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Ist Resilienz trainierbar oder erlernbar?

Autor: Dr. Wafi Al-Baghdadi
aktualisiert am: 20. März 2021

Vorab: Der folgende Beitrag enthält keine Theorien oder Appelle, die manchmal schwer zu befolgen, sondern praktische Hilfsmittel und Maßnahmen, die Ihnen helfen Ihre Resilienz zu trainieren.

Psychische Belastungen, privat oder beruflich, andauernde Stresssituationen, ständiger Zeit- und Leistungsdruck, Mobbing und andere Krisen verlangen uns viel ab. Stressresistenz, innere Widerstandsfähigkeit und ein starkes emotionales Immunsystem. Hier ist Resilienz nicht nur erwünscht, sondern dringend erforderlich.

Resilienz definiere ich mit der gezielten Stärkung des Immunsystems der Psyche und damit der inneren emotionalen Kraft. Meine Kernbotschaft lautet:

„Das innere Machtgefühl über die eigenen Emotionen aufbauen und so souverän handlungsfähig bleiben“.

Resilienz ist somit die gezielte Stärkung des emotionalen Immunsystems und damit der inneren emotionalen Kraft. Sie ermöglicht es, Extremsituationen durchzustehen ohne Schaden zu nehmen.

Resilient(er) werden ist erlernbar.

Die Macht über die eigenen Emotionen

Durch ein proaktives, gut geplantes und intensives Training ist es möglich, die Macht über die eigenen Emotionen zu erlangen und souverän handlungsfähig zu bleiben. Hierfür gibt es zwei Wege:

  1. Ein bewusst durchgeführtes Selbst-Coaching, in dem die Person (nennen wir sie Sascha), bestimmte Programme durchführt, um eigene Resilienz authentisch und aktiv zu stärken. Wichtigste Voraussetzung hier ist der wirkliche und echte Wille, den eigenen Zustand zu verändern. So können folgende z. B. Maßnahmen helfen, Depression und Burnout zuvorkommen:
  2. Sascha trainiert in relativ leichten und überschaubaren Situationen das NEIN zu sich selbst. Hier handelt er bewusster, sein Verhalten anders zu lenken. Verspürt er in bestimmten Situationen den Drang, bei sich „faule Kompromisse“ zuzulassen, muss seine Reaktion lauten: NEIN! Oder: NEIN, nicht mehr mit mir!

Ein Beispiel: Sascha neigt wegen der Arbeitsüberlastung dazu ständig Überstunden zu machen und/oder er nimmt Arbeit mit nach Hause. Das führt bislang zu Stress und Belastung des privaten Lebens. Hier muss Sascha von sich selbst fordern: NEIN! Dieses Verhalten stoppe ich jetzt. Sukzessiv ändert er seine innere Einstellung und er lernt und erprobt eine neue Haltung.

Ein weiteres Beispiel im privaten Bereich: Sascha will eigentlich schon immer eine bestimmte Art Sport treiben, z. B. Joggen, Schwimmen, wandern oder den Besuch eines Fitness-Centers. Bis jetzt suchte er immer nach banalen Fluchtstrategien, um das, was er sich vorgenommen hat, doch nicht ausführen zu müssen. Ab sofort vereinbart er mit sich selbst ein Programm, das er auch einhält. Zum einen trainiert er die Stärkung seiner Selbstdisziplin, zum anderen stärkt er die eigene Resilienz.

Unterstützung suchen, um Ihre Resilienz zu trainieren

Dieser Prozess kann auch durch eine*n Freund*in oder Lebenspartner*in unterstützt werden, eine Hilfe, die in diesen Veränderungsprozess eingebunden ist. In diesem Zusammenhang sind Offenheit und Vertrauen eine bedeutende Basis für den angestrebten Erfolg dieser Maßnahmen.

Die wichtigste Voraussetzung, solche Übungen und solches Training konsequent zu absolvieren und erfolgreich sein eigenes emotionales Immunsystem zu stärken, ist ein echter und starker Wille – Faule Kompromisse sind zu vermeiden.

  • Das Lesen geeigneter Literatur: Bücher, Fachartikel, Blogbeiträge. Hieraus sollte Sascha realistisch umsetzbare Ideen notieren und als Maßnahmen für seinen Veränderungsprozess verfolgen.

Auch hier ist eine gestärkte Selbstdisziplin wichtig, um anwendungsbezogene Hilfsmittel konsequent umzusetzen.

  • Der eigenständige, proaktive Besuch von Veranstaltungen, wie Konferenzen, Seminaren oder Webinaren. Auch hier muss Sascha wie unter b. vorgehen.
  • Sascha überdenkt und optimiert sein eigenes Zeitmanagement. Er nimmt sich vor, eine Aufstellung über alle zu erledigenden Aufgaben und eine optimale Tagesplanung zu erstellen und geeignete Prioritäten zu setzen. Mit dem Tagesrückblick überprüft er die Schwachstellen seines Verhaltens. Sascha korrigiert die negativen Ansätze. Ich empfehle Sascha, sich zunächst nur ausschließlich realistische und von ihm umsetzbare Ziele zu bilden und zu verfolgen.
  • Sascha macht von zahlreichen Anti-Stress-Übungen Gebrauch. Hierzu zählen z. B. progressive Muskelentspannung, Überkreuz-Übung, Autogenes Training und Yoga. Zahlreiche nützliche Informationen können im Internet angesehen werden. Für Yoga gibt es seriöse Angebote mit dem Ziel, die psychische Belastung und den Stress zu reduzieren.

Mit diesen Ideen, innere, bewusste und unbewusste Schutzfaktoren zu generieren, kann Sascha Belastungen schon sehr gut bewältigen und resilient(er) werde.

Resilienz mit externer Unterstützung

Sehr oft ist die Mitwirkung eines externen Coachs hilfreich. Dem Coach gelingt es, die Schwachstellen im Verhalten seines Klienten für Sascha ihn zu machen, um anschließend einen gemeinsam erarbeiteten Maßnahmenplan Stück für Stück umzusetzen. Folgende Aspekte können im Rahmen des Coachings in Betracht gezogen werden:

  1. Die eigenen Werte und die sog. „hindernden Glaubenssätze bzw. Denkmuster“ zu hinterfragen: „Wieso akzeptiere ich Situationen, die mir Stress, Belastungen und Leistungs- bzw. Zeitdruck verursachen? Warum toleriere ich mein Verhalten, das mir emotionalen Schaden zufügt? Wer oder was hindert mich daran, so zu handeln, dass ich meine innere Stärke zeigen kann?“ Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen führen zur Präzisierung der eigenen hindernden Denkmuster.
  2. Zu Personen, die den Stress oder die Belastung verursachen, vom konstruktiven NEIN Gebrauch machen. Hier gilt es, das bisherige Handeln zu verlassen und ein höfliches, aber bestimmtes Nein anzubringen – da wo es machbar ist. Es ist immer möglich, dem Vorgesetzten einmal ein NEIN entgegen zu setzen. Aber: die Gründe erklären oder Alternativen vorbringen.
  3. Beim Gefühl der Überforderung ist es wichtig zu wissen, warum dieses Gefühl entsteht. Liegt es an der eigenen Arbeitsstruktur, die anders organisiert und aufgebaut werden muss? Liegt es wirklich am Volumen, das realistisch gesehen in der angestrebten Zeit nicht zu erledigen ist? Diese und ähnliche Fragen können mit folgenden Hilfsmitteln sehr gut beantwortet werden: Vom konstruktiven Nein Gebrauch machen; ABC-Analyse anwenden und die (Tages-) Prioritäten nach optimalen und effizienten Kriterien setzen.

Fazit: Resilienz ist trainierbar bzw. erlernbar

Resilienz ist ein Justierungsprozess an Ihrer „Persönlichkeitsschraube“, in dem Sie an Ihren hindernden Denkmustern anders „drehen“. In Krisen und bei gefühltem Druck und Stress handeln und reagieren Sie flexibel, kreativ und vor allem souverän. Erzielte Erfolge in der Umsetzung Ihrer Resilienz-Maßnahmen potenzieren den Mut, noch mehr auszuprobieren und noch resilienter zu werden. Schicksalsschläge werfen Sie nicht so schnell um, Stress perlt an Ihnen ab. Sie selbst erwirken eine Stärkung Ihres emotionales Immunsystems.

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Autor: Dr. Wafi Al-Baghdadi
PCC™-zertifizierter Business-Coach, ihr Experte für die Themen Resilienz, Zeit- und Selbstmanagement

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